
Vielseitige E-Mobil-Messe und Herbstmarkt lockten Tausende Besucher nach Ziegenhain„Vom Feinsten“ bis futuristisch an einem Sonntag
ZIEGENHAIN (aep). Wenn Matthias Gundlach auf die Empulse E steigt, um den Sound vorzuführen, dann hat der Verkäufer die Ohren der Zuschauer bei sich, dabei gibt es kaum etwas zu hören. Empulse E ist ein Motorrad, das mit 54 PS in wenig mehr als drei Sekunden von Null auf 100 beschleunigt – mit einem Elektromotor. Das verblüffende Bike war am Wochenende eine Attraktion auf der E-Mobilitätsmesse in Ziegenhain. Eine andere war Ziegenhain selbst: Nur wenige Meter vom Messeplatz entfernt lud die Stadt zum Bummeln und Shoppen, und Tausende Menschen kamen. Motto: „Ziegenhain vom Feinsten“.
Zum dritten Mal bereits hatte der Verein „Elektromobilität Nordhessen – Mobilität im ländlichen Raum“ zur Elektro-Mobilitätsmesse unter anderem auf den Alleeplatz mitten in der Stadt geladen. Dazu veranstaltete der Verein auch am Samstag Diskussionsforen, die sich mit der Zukunft des Elektroantriebs befassten. Kernpunkt der öffentlichen Präsentation aber waren die Ausstellungen aller Arten von Elektrofahrzeugen. Nicht weniger als 100 E-Rollstühle, E-Bikes, -Motorräder, -Dreiräder, -Autos bis hin zum Kleinbus rollten über den Platz, durchweg gespenstisch leise wie von Geisterhand betrieben.

Auf der E-Mobil-Messe gab es Elektrofahrzeuge aller Art. Mitorganisator Karl-Walter Eberlein kam mit dem „SAM“ (Bild oben), aber der Star war das Tesla-Auto mit 700 PS und ganz viel Platz (unten).
Wie sich das anfühlt, konnten Besucher bei einer Rundfahrt im Kleinbus durch die Stadt erleben – oder auch als Teilnehmer bei den großen Ausfahrten durch die Region Schwalm mit eigenen Elektro-Autos. Das Thema scheint neugierig zu machen, denn es herrschte den ganzen Sonntag über reger Besuch auf dem Alleeplatz – zumindest gefühlt mehr als noch im vergangenen Jahr.
Karl-Walter Eberlein, einer der Organisatoren zeigte sich jedenfalls zufrieden mit der Resonanz – vor allem auch mit dem Interesse. „Die Qualität der Besucher ist größer“, erklärte er gegenüber Oberhesse-live. Heißt: Mehr Leute kamen mit konkreten Fragen nach Nutzen und Aufwand – der Vorstufe, sich intensiver mit Elektro-Fahrzeugen auseinander zu setzen: mit Kosten und Nutzen.
Dieses Verhältnis habe sich längst deutlich mehr zugunsten des Nutzens verschoben, meint der Ingenieur der Elektronik-Branche. Das futuristisch anmutende „SAM“-Dreirad, das auf der Messe für 14.900 Euro angeboten wurde, diene heute vor allem als Blickfang auf E-Antrieb-Messen, verrät Karl-Walter Eberlein. Die wahren Könner unter den Elektro-Autos sehen aus wie … normale Familienkarrossen. BMW, Renault, Peugeot, VW: Die großen Hersteller hätten alle familientaugliche Modelle mit Elektroantrieb entwickelt, die zumindest im Stadt- und Umlandverkehr bei der Reichweite mithalten können. „Die Technik hat enorm aufgeholt!“

Leise und unglaublich antrittsstark: Matthias Gundlach führt das Motorrad Empulse E vor (oben). Das Kraftpaket zieht viele neugierige Blicke an.
Längst werden auch ganze Fahrzeug-Energie-Systeme verkauft, wie etwa bei Solar-Stiens – die mit dem E-Motorrad Empulse E. Das Kaufunger Unternehmen versteht sich sogar eigentlich auf Solartechnik und berät Kunden dahingehend, sich mit ihrem Elektro-Auto oder -Bike vom Energiemarkt völlig autark zu machen.

Die Besucher ließen sich über die Autos ausführlich beraten – so wie hier von Daniela Gerwig am Stand von BMW Kassel.

Eine Attraktion war auch die Rundfahrt mit den E-Bikes, von der hier Ulrich Wüstenhagen, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes, dem Mitorganisator Karl-Walter Eberlein erzählt.
Star der ganzen Messe ist aber ein anderes Auto, das eher sportlich mondän als futuristisch anmutet. Wer näher hinschaut, ist verblüfft: Man sieht gar keinen Motor. Aber die hat der Tesla – und nicht zu knapp. Drei Stück direkt auf den Rädern oder der Vorderachse entwickeln 700 elektrische Pferdestärken – womit der Tesla trotz seiner sieben Sitze jeden Porsche oder Ferrari hinter sich lässt. Er verblüfft noch in anderer Hinsicht: Das Auto des US-amerikanischen Herstellers bringt es auf 500 Kilometer Reichweite.

Magnet am Sonntag: „Ziegenhain vom Feinsten“: Die Wiederholdstraße mit den Herbstmarktständen war gut gefüllt.
Nicht einmal 200 Meter weiter zeigte Ziegenhain sich „vom Feinsten“: Vor den geöffneten Geschäften in der zentralen Wiederholdstraße und drum herum lockten Dutzende Verkaufsstände auf dem Herbstmarkt zum Bummeln und Bands mit stimmungsvoller Musik zwischen Rock und Country zum Verweilen. Das trockene, freundliche Wetter das das Seine, dass Tausende Besucher die Straßen füllten und in Ziegenhain einen heiteren Sommerferien-Abschluss erlebten.
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