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Erfolgreiche sozialraumorientierte Jugendhilfe im VogelsbergkreisStaatssekretärin Manuela Strube besucht auf Einladung von Landtagsabgeordnetem Maximilian Ziegler das Familien- und Jugendhilfezentrum Schotten (Fajuso)

SCHOTTEN (ol). Staatssekretärin Manuela Strube besuchte das Familien- und Jugendhilfezentrum Schotten (Fajuso) und zeigte sich beeindruckt von dessen sozialraumorientierter Jugendhilfe. Fajuso fokussiert darauf, Kinder und Jugendliche in ihrem sozialen Umfeld zu integrieren, um stationäre Unterbringungen zu vermeiden, und wird als Vorbildprojekt wahrgenommen. Die enge Zusammenarbeit mit Familien und die Förderung von Eigenverantwortung wurden als wesentliche Erfolgsfaktoren hervorgehoben.

Das Familien- und Jugendhilfezentrum in Schotten (Fajuso) setzt seit über einem Jahrzehnt auf sozialraumorientierte Jugendhilfe, um Kindern und Jugendlichen präventive Unterstützung zu bieten. Davon überzeugte sich Staatssekretärin Manuela Strube vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales in Hessen. Sie folgte einer Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Maximilian Ziegler und besuchte die Einrichtung, begleitet von Helmut Benner, Jugendamtsleiter des Vogelsbergkreises, sowie Jutta Wolfer, Carmen Bauer, Matthias Bernges, Harald Bönsel und Julian Zimmer. Gemeinsam verschafften sie sich einen Überblick über die Arbeit und die Erfolge von Fajuso, das berichtet der Abgeordnete Maximilian Ziegler in einer Pressemitteilung.

Das Ziel von Fajuso ist es, junge Menschen in ihrem sozialen Umfeld zu integrieren und stationäre Unterbringungen zu vermeiden. Diese Herangehensweise hat sich bewährt und wird auch deutschlandweit als Vorbildprojekt wahrgenommen.

„Fajuso ist ein einzigartiger Ort, der zeigt, wie wir soziale Prozesse für hilfebedürftige Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum erfolgreich gestalten können“, erklärte Maximilian Ziegler. Bei Fajuso können die Kinder und Jugendlichen eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel das Kochen. „Das fördert nicht nur die eigene Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen, sondern es lässt die jungen Menschen auch aktiv ihren Alltag gestalten. Das ist besser als ihnen jeden Handgriff vorweg zu nehmen. Genauso ist es gewollt, dass Eltern aktiv in den Alltag eingebunden werden, sei es beim Ins-Bett-Bringen oder anderen familiären Ritualen. Das macht das Konzept aus. Diese Arbeit verdient großen Respekt.“

Neben diesen Einblicken verdeutlichte das Team von Fajuso die Herausforderungen und Chancen der sozialraumorientierten Arbeit. Staatssekretärin Manuela Strube zeigte sich beeindruckt: „Die Menschen, die hier arbeiten, brennen für ihre Aufgabe. Es geht darum, nicht nur Probleme zu verwalten, sondern mit den Familien und Kindern gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Wichtig ist, dass die Menschen hier vor Ort unterstützt werden und nicht das Gefühl bekommen, dass wir über sie bestimmen. Genau das leistet Fajuso auf beeindruckende Weise“, sagte die Staatssekretärin.

Das Konzept Fajuso entstand vor rund 11 Jahren. Damals sah man im Vogelsbergkreis die Notwendigkeit, die inklusive Jugendhilfe auszubauen. „Wir hatten eine Situation, in der Kinder und Jugendliche in stationären Jugendhilfeeinrichtungen deutschlandweit verteilt waren – nur nicht hier bei uns. Uns fehlten Strukturen, die Probleme präventiv angehen konnten. Die Herausforderungen wurden größer und wir haben uns auf den Weg gemacht. Heute haben wir fünf Standorte und zwei Drittel aller Kinder sind im Kreis untergebracht. Sie müssen nicht mehr weg und in fremde Regionen „outgesourct“ werden. Diese Entwicklung war möglich, weil wir im Vogelsbergkreis klein genug sind, dass alle Beteiligten sich kennen und gemeinsam handeln können. Das ist unsere besondere Stärke“, erläuterte Jugendamtsleiter Helmut Benner.

Matthias Bernges, langjähriger Mitarbeiter bei Fajuso, unterstrich die Bedeutung dieser Strukturen. Die Arbeit Arbeit basiere auf Vertrauen und enger Zusammenarbeit mit den Familien. „Wir schaffen nicht nur ein sicheres Umfeld, sondern begleiten die Menschen dabei, eine Perspektive für ihre Zukunft zu entwickeln und sich in ihrem Umfeld selbstbewusst einzubringen. Wir können stolz darauf sein, dass die meisten Kinder und Jugendlichen hier in der Region bleiben können. Sie müssen nicht aus ihrem vertrauten Umfeld herausgerissen werden“, so Matthias Bernges.

Was Fajuso auszeichne, sei der intensive Kontakt zu den Familien. So werde ein Ansatz verfolgt, der darauf aufbaut, Stärken zu fördern und Selbstständigkeit zu ermöglichen. „Wir reichen nicht das Wasserglas, sondern schauen gemeinsam, wie weit jemand selbst danach greifen kann. Dabei ist es wichtig, auch mal auszuhalten, wenn Dinge nicht so laufen, wie man es selbst erwarten würde. Unsere Grenze ist immer das Kindeswohl. Damit sind wir auf einem guten Weg“, ergänzte Jutta Wolfer, die sich seit Jahren für die sozialraumorientierte Arbeit im Vogelsbergkreis einsetzt.

Diese Ansätze zeigen Erfolge. „Unsere Fallzahlen in der stationären Jugendhilfe haben sich in den letzten Jahren halbiert. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, berichtete Helmut Benner abschließend.

Mit diesem Besuch hat Fajuso nicht nur den politischen Entscheidungsträgern Einblicke in seine Arbeit gegeben, sondern auch seine besondere Rolle für die Region verdeutlicht. „Fajuso zeigt, wie sozialraumorientierte Jugendhilfe gelingen kann“, sagte Staatssekretärin Strube abschließend.

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