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Mit rund 12.500 Dienststunden und fast 300 Einsätzen ein anspruchsvolles JahrJahreshauptversammlung der Feuerwehr Alsfeld-Mitte

ALSFELD (ol). Die Feuerwehr Alsfeld-Mitte blickte auf ein anspruchsvolles Jahr mit 12.500 geleisteten Dienststunden und beinahe 300 Einsätzen zurück. Während der Jahreshauptversammlung wurden zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt und Sascha Knaust zum stellvertretenden Wehrführer gewählt. Die Jugendarbeit und die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wurden besonders hervorgehoben.

Am vergangenen Samstag hieß es um 18.45 Uhr „Antreten“ für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr der Kernstadt. Wie in jedem Jahr begann die Jahreshauptversammlung traditionsgemäß auf dem Marktplatz, wo rund 250 Zuschauer – neben der Einsatzabteilung – den Klängen der Show and Brass Band lauschten. Es ist wohl der magische Moment des Jahres, wenn die Instrumente vor der malerischen Kulisse der Altstadt erklingen und eine Gänsehaut bei allen Anwesenden hervorrufen, so heißt es in der Pressemitteilung der Alsfelder Feuerwehr. Nach diesem musikalischen Höhepunkt marschierten die Mitglieder des Vereins ins Alsfelder Feuerwehrhaus, um die Jahreshauptversammlung abzuhalten.

Jahresbericht des Vorsitzenden

Carsten Schmidt, der Vorsitzende des Vereins Freiwillige Feuerwehr Alsfeld-Mitte 1854, begrüßte die Anwesenden herzlich im Feuerwehrhaus. In seiner einleitenden Ansprache blickte er auf ein aufregendes und herausforderndes Jahr 2024 zurück, das der Feuerwehrverein erfolgreich gemeistert hat. Dabei erinnerte er an sowohl kleinere als auch größere Veranstaltungen, wie die Fackelwanderung zu Beginn des Jahres, den Tag der offenen Tür und den Landesentscheid der Hessischen Feuerwehrleistungsübung.

Jahresbericht des Wehrführers

Im Jahresbericht des Wehrführers zog Carsten Schmidt eine Bilanz des vergangenen Jahres und erinnerte an die Worte: „Wir sind die Flamme der Hoffnung in der Dunkelheit für viele Menschen, denen wir im Einsatz begegnen. Das muss uns immer bewusst sein.“ Auch im Jahr 2024 war die Feuerwehr wieder fast 300-mal im Einsatz. Die Vielfalt der Einsätze reichte von kleineren Vorfällen bis hin zu mehreren Unwettereinsätzen, die es abzuarbeiten galt.

Bereits im Januar begann das Jahr mit einem besonders herausfordernden Unwettereinsatz, als Schnee und Eis die A5 zwischen Homberg und Rimberg in einen riesigen Parkplatz verwandelten. Tausende Menschen wurden gemeinsam mit dem DRK versorgt – eine Leistung, auf die alle Beteiligten stolz sein können. Schmidt betonte: „Oft wird über Angriffe auf Rettungskräfte gesprochen, aber es sind auch diese Momente, die unsere Arbeit so besonders machen: die Dankbarkeit der Menschen in ihren Augen.“

Ein weiterer, seltener Einsatz fand an einem Julimorgen statt. Schmidt erinnerte sich: „F4 Brand als Großschadenslage – so etwas sieht man selten. Um kurz nach sechs Uhr an einem Julimorgen machten wir uns mit der Drehleiter auf den Weg nach Bad Hersfeld. Eine 30-minütige Anfahrt über die Autobahn ist nicht der Standard. Doch die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Bremen, der Berufsfeuerwehr Kassel und den Feuerwehren aus dem Nachbarlandkreis zeigte einmal mehr, wie stark die Feuerwehrfamilie ist.“

Insgesamt leistete die Feuerwehr 12.500 Dienststunden, davon allein 3.500 Stunden für den Einsatzdienst. Schmidt dankte allen Einsatzkräften, deren Familien und Arbeitgebern für ihr Engagement.

Bericht der Jugendfeuerwehr

Colin Greb, der Jugendfeuerwehrwart, berichtete von einem ereignisreichen und lehrreichen Jahr für die Nachwuchskräfte. Ein besonderes Highlight war der Berufsfeuerwehrtag im Juli, bei dem die Jugendlichen innerhalb von 24 Stunden 14 Einsätze abarbeiteten. „Dabei wurden sie mit einer Vielzahl an Szenarien konfrontiert: von der klassischen Tierrettung über einen Verkehrsunfall bis hin zu einem dramatischen Lagerhallenbrand mit zwei vermissten Bauarbeitern“, erzählte Greb. Besonders hervorzuheben war, dass die Jugendlichen nicht nur bei typischen Übungseinsätzen ihr Können unter Beweis stellten, sondern sich auch mit realistischen und stressigen Situationen auseinandersetzen mussten.

Die Jugendlichen leisteten insgesamt über 1.000 Dienststunden, wobei mehr als die Hälfte der Mitglieder bei fast allen Übungs- und Ausbildungsdiensten anwesend war – ein Zeichen von hervorragender Beteiligung und Motivation.

Bericht der Alsfelder Feuerfüchse-Mitte

Das Jahr der Alsfelder Feuerfüchse begann mit der klassischen Brandschutzerziehung. Leiterin Ramona Grünewald berichtete, dass die Kinder unter anderem an der Fackelwanderung teilnahmen und viele Ausflüge und Nachmittage im Feuerwehrhaus verbrachten. Zu den Highlights gehörte ein Besuch in der Greifvogelwarte sowie ein Ausflug in den Wildpark Knüll. Natürlich durften die Kinder auch bei einem Löschangriff ihr Können unter Beweis stellen.

Bericht der show and brass band

Auch die Musiker der Show and Brass Band blickten auf ein ereignisreiches Jahr 2024 zurück. Es gab zahlreiche Auftritte, darunter die Hengstschau auf dem Klosterhof Medingen und die Eröffnung des Alsfelder Pfingstmarktes. Besonders erwähnenswert war der Auftritt im Mai beim ersten Hessischen Tag des Ehrenamtes im Rahmen des Hessentages in Fritzlar. „Als Vertreter der hessischen Feuerwehrmusik begleitete eine Abordnung der Band die Veranstaltung im Zelt der Bundeswehr, bei der unter anderem der hessische Ministerpräsident Rhein und Innenminister Poseck Ehrenamtliche auszeichneten“, berichtete Vorsitzender Simeon Reibeling.

Bericht der Ehren- und Altersabteilung

Rita Bücking berichtete als Leiterin der Ehren- und Altersabteilung von verschiedenen Veranstaltungen, darunter die Teilnahme an der Fackelwanderung, mehrere Kameradschaftsabende und die Unterstützung beim Tag der offenen Tür.
Ein ganz besonderes Erlebnis gab es für Groß und Klein. Die Ehren- und Altersabteilung unternahm zusammen mit den Alsfelder Feuerfüchsen ein gemeinsames Waffelessen. Eine Veranstaltungsidee, die bereits vor Corona aufkam, aber erst im vergangenen Jahr umgesetzt werden konnte.

Wahl des Stellvertretenden Wehrführer

Auf der Tagesordnung stand zudem die Wahl des zweiten Stellvertretenden Wehrführers, da Tobias Riemann sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. Als Nachfolger wurde Sascha Knaust vorgeschlagen, der einstimmig gewählt wurde (bei eigener Enthaltung).

Ehrungen und Beförderungen

Für 10 Jahre Vereinszugehörigkeit erhielten Marcel Decher, Melina Deußen, Michaela Deußen, Martin Gonder, Holger Hedrich, Naomi Hedrich, Ulf Heinemann, Philipp Hetzer, Rainer Hoffmann, Manfred Klein, Thomas Krömmellbein, Timon Kuckert, Melanie und Roger Kurz, Christoph Lanz, Barbara und Joachim Möser, Stephan Paule, Jens Peters, Dominik Rühl, Katja Schaper, Sarah Schmidt, Natascha Spahn, Tim Spahn, Johannes Zinn und Sebastian Zinn eine Ehrung.

Für 20 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Immo Decker, Sören Helfenbein, Dietgard Henninghausen, Günter Janich geehrt. Verena Liehr, Matthias Rühl und Lothar Wiese erhielten eine Ehrung für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Wilhelm Herzog, Alexandra Krömmelbein und Hans-Otto Rühl geehrt. Sigrid Kölsch, Herbert Rupp und Wolfgang Schmidt erhielten eine Ehrung für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit. Erika Kukla für 60 Jahre. Friedrich Heinz und Hans Ludwig Späth erhielten eine Ehrung für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit. Mathis Kruse und Sascha Wagner erhielten eine Ehrung für 25 Jahre Bezirksfeuerwehrverband. Roland Klemm und Herbert Rupp für 50 Jahre.

Jule Schaaf, Justin Stephan, Eugen Roth und Luca Louis D´Onghia wurden zum Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau befördert. Außerdem wurde per Handschlag Elias Leidner von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen.

Christa Bücking, Simeon Reibeling, Patrick Reinsch und Lars Welker erhielten das Ehrenzeichen für Hessische Feuerwehrmusiker in Bronze. Christine Paule und Carolin Rehm erhielten das Ehrenzeichen für Hessische Feuerwehrmusiker in Bronze. Das Ehrenzeichen für Hessische Feuerwehrmusiker in Gold erhielt Alexandra Krömmelbein.

Grußworte der Gäste

Bürgermeister Stephan Paule dankte allen Aktiven für ihre unermüdliche Arbeit und hob hervor, dass die Feuerwehr Alsfeld-Mitte mit der größten Anzahl an Einsätzen und Fahrzeugen eine tragende Säule der Feuerwehr der Stadt Alsfeld darstellt. „Die Feuerwehr Alsfeld-Mitte ist der größte Teil der Feuerwehr der Stadt und sorgt für den Schutz der Bürger in der gesamten Stadt. Das ehrenamtliche Engagement bereichert unser Gemeinwesen“, so Paule.

Stadtverordnetenvorsteher Michael Refflinghaus betonte die beeindruckende Zahl an Dienststunden und Einsätzen der Feuerwehr und lobte insbesondere die hervorragende Jugendarbeit.

Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer würdigte den Unterschied zwischen der öffentlich-rechtlichen Feuerwehr und dem Verein Feuerwehr. „Die Feuerwehr Alsfeld-Mitte zeigt nicht nur in der Kernstadt, sondern auch überall sonst, was die Gemeinschaft leisten kann“, erklärte Schäfer und bezeichnete die Feuerwehr als eine große Familie.
Henning Schmehl, Vorsitzender des DRK Kreisverbands Alsfeld, dankte für die starke Zusammenarbeit, insbesondere beim Unwettereinsatz zu Beginn des Jahres 2024 auf der A5. „Die Feuerwehr und das DRK sind starke Partner, die immer dann zur Stelle sind, wenn die Bevölkerung sie am dringendsten benötigt.“

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