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Neue Ideen zum Umweltschutz, politische Ausblicke und ein gutes KlimaTreffen des Unternehmensnetzwerks des klimafaireins bei den Stadtwerken Gießen

GIESSEN/VOGELSBERG (ol). Anfang März versammelten sich 32 Unternehmen des klimafairein-Netzwerks bei den Stadtwerken Gießen, um über CO2-Neutralität und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Mit Best-Practice-Beispielen und neuen Initiativen wie der Integration von Großwärmepumpen und E-Mobilität sollen Klimaschutzmaßnahmen gemeinsam vorangetrieben werden.

Die Transformation hin zu einer CO2-neutralen Gesellschaft und Wirtschaft geht nur gemeinsam und muss sich in den bedeutenden Bereichen des Lebens niederschlagen. Aus diesem Grund ist das Unternehmensnetzwerk des klimafaireins eine der wichtigen Säulen im Vereinsportfolio. „fairnetzt“ heißt es dort, und in der Praxis bedeutet dies, dass seit der Gründung des Unternehmensnetzwerks vor gut einem Jahr 32 Unternehmen zusammengekommen sind, um sich in ihren Organisationen im Sinne des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit einzusetzen. Sie trafen sich Anfang März in den Räumen der Stadtwerke Gießen (SWG), wo Hans-Jürgen Schulz, Leiter Organisation und Revision, sie begrüßte. Gut vierzig Engagierte hatten aus dem ganzen Einzugsgebiet des Vereins den Weg nach Gießen gefunden, darunter auch einige Nichtmitglieder, die sich für die Arbeit des klimafaireins im Allgemeinen und des Unternehmensnetzwerks im Besonderen interessierten, so heißt es in der Pressemitteilung des klimafaireins.

In der schönen Atmosphäre der SWG-Gründerwerkstatt stellte Dr. Thorsten Reichel vom Vorstand des klimafaireins die positive Entwicklung von „fairnetzt“ vor und lud alle engagierten Unternehmen dazu ein, weitere Geschäftspartner und Mitwirkende für die Arbeit des Vereins und des Netzwerks zu begeistern. Zu dessen Handlungsfeldern gehört neben dem Austausch und der Teilhabe an Best Practice-Beispielen auch die Möglichkeit zur CO-2 Bilanzierung im Betrieb und zum regionalen Ausgleich, führte Reichel aus. Er stellte außerdem eine Arbeitsgruppe vor, die sich der Weiterentwicklung des Netzwerkes widmet. Zurzeit beschäftigt sie sich unter anderem mit der Weiterentwicklung der CO2-Bilanzierung und Etablierung von Unternehmens-Pitches für Best-Practice-Beispiele, von denen alle bei „fairnetzt“ profitieren können.

Mit Teresa Wollstein stellte Reichel den Anwesenden die neue Netzwerk-Koordinatorin vor, die auch für die Organisation des Treffens verantwortlich war. Ebenfalls neu im Team des klimafaireins ist Nina Lingner: Sie ist zum einen verantwortlich für das Gemüsegartenprojekt und arbeitet zum anderen gemeinsam mit Dr. Alexandra Botzat vom AZN Kirtorf in der Klimabildungslandschaft Vogelsberg (KBL), einem Auftrag des Landes Hessen. Hier soll durch Vernetzung und Bildung wichtiger Akteure (Bildungseinrichtungen, Kommunen, Wirtschaft, Gesellschaft) der Klimaschutz in der Region vorangetrieben werden. Reichel wies auch auf die Baumpflanzaktionen hin, die im Frühjahr und im Herbst gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen stattfinden und „einzigartige Erlebnisse“ sind. Seit Ende letzten Jahres hat der klimafairein auch ein faireinsheim, wie Reichel stolz berichtete: Es steht in Nieder-Ohmen und wird derzeit umgebaut.

Die Stadtwerke Gießen nutzten die Veranstaltung, um ihr Projekt „Powerlahn“ vorzustellen. Jonas Bender, Industrie- und Geschäftskundenbetreuer, skizzierte, wie das warme Wasser aus dem Fluss zur Energieerzeugung herangezogen wird. Ein nachhaltiger Energiemix aus Großwärmepumpen, Blockheizkraftwerken und ein Power-to-Heat-Modul versorgen zusammen mit der Energie aus der Lahn ca. 3900 Wohnungen der Universitätsstadt.

Im weiteren Verlauf des Abends informierte Niklas Buhl, Nachhaltigkeitsbeauftragter der SWG, über die Nachhaltigkeitsregeln der EU im Rahmen des Green Deals. Diese hätten für einen großen Aufwand in den Unternehmen gesorgt. Nun soll ein Teil der grünen Regeln für Klimaschutz und Menschenrechte wieder zurückgenommen werden. Inwieweit diese Pläne umgesetzt werden und ob sie Vor- oder Nachteile bringen, konnte vom Netzwerk derzeit noch nicht eingeschätzt werden.

Als Best-Practice-Beispiel stellte Thomas Becker vom Autohaus Häuser eine kleine Nachhaltigkeits-Challenge vor, für die er seit dem letzten „fairnetzt“-Treffen sieben weitere Mitstreiter hatte gewinnen können. Unter anderem war es den Beteiligten gelungen, über die Digitalisierung von Lohnabrechnungen den Papierverbrauch zu reduzieren oder die Firmenflotte auf E-Autos mit hauseigener Ladeinfrastruktur umzustellen. Es sei sinnvoll und erwünscht, voneinander abzuschauen, betonte Becker.

Das nächste „fairnetzt“-Treffen wird im Mai bei der Firma Philippi in Groß-Eichen stattfinden. Dazu sollen auch die Förster:innen eingeladen werden, die den Unternehmer:innen die Rolle des Waldes beim aktiven Klimaschutz näherbringen. Wer weitere Informationen zu den Säulen und der Arbeit des klimafaireins haben möchte, wird unter www.klimafairein.de fündig.

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