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Wirres und Wahres - Der Podcast aus der OL-Redaktion#51 Scheinheiligkeit und ein Augenzwinkern zum April-Start

VOGELSBERG. Wasser predigen und Wein trinken – oder aber Demokratie lehren, sie aber selbst nicht leben: Der OL-Redaktion kommt das ziemlich bekannt vor. Was aber hat das eigentlich mit Scheinheiligkeit zu tun? Darum geht es im Podcast „Wirres und Wahres“, der zum Aprilstart einmal mehr mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. Viel Spaß!

Nachrichten werden lokal gemacht – und man mag es kaum glauben, aber oftmals sind auch die kleinen Nachrichten in Regionen wie dem Vogelsberg ziemlich wirr. Ein recht verquatschter Haufen aus der OL-Redaktion erzählt hier im Podcast wöchentlich über die Themen, die bewegen, über die wahre Arbeit in der Redaktion und über die wirren Geschichten, die die Region schreibt. Den Podcast gibt es überall, wo es Podcasts gibt. Auf Spotify, bei Amazon Music, Apple Podcasts und Google Podcasts.

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Ein Gedanke zu “#51 Scheinheiligkeit und ein Augenzwinkern zum April-Start

  1. Die Herabsetzung von Journalisten ist ja so neu nicht. Wenn man nicht gerade zu den wenigen Edelfedern gehört(e), die sich aber auch untereinander gern in die Wadln verbeißen, war man schon immer den Herabsetzungen seiner Mitmenschen (Journaille, Schmierer, neuerdings Lügenpresse, Aasgeier und Zeilenschinder etc.) ausgesetzt. Hauptgrund ist, dass man häufig unangenehme Fragen stellt, unangenehme Wahrheiten ausspricht und an das Tageslicht zerrt, was andere lieber vertuscht und untergemauschelt hätten. Nichtsdestotrotz ist die Notwendigkeit eines freien Journalismus für den Bestand einer freiheitlichen Gesellschaft und eines demokratisch verfassten Staates unter intelligenten Menschen unbestritten. Und wer in diesem Metier auf ehrliche Weise unterwegs ist, lässt sich durch irgendwelche Hasstiraden, von denen „Käseblatt“ und „PR-Abteilung“ sich ja noch in Grenzen halten, wohl kaum in seiner beruflichen wie persönlichen Ehre kränken. Unabhängig davon gehören wüste verbale Entgleisungen, Drohungen und gewalttätige Übergriffe selbstverständlich strafrechtlich verfolgt.
    Allerdings sehe ich – auch bei OL – eine Tendenz zur „Selbstverkäsung“; und zwar immer dann, wenn man mit den Maßstäben journalistischer Arbeit allzu „wurschtig“ umgeht. Das beginnt mit der Beherrschung von Rechtschreibung und Grammatik (Beispiel: Für die Übertragung von direkter in indirekte Rede GIBT ES VERBINDLICHE REGELN!!!) und setzt sich fort bei der Transparenz und konsequenten Einhaltung selbst aufgestellter Regeln (etwa für die Veröffentlichung von Leserkommentaren). Auch bei der Moderatorenqualität in Podcasts oder Videobeiträgen ist manchmal reichlich Luft nach oben. Das Modell „verspielter Quatschkopf“ sollte vielleicht nicht unbedingt über Jahre gepflegt werden, ohne dass ein Lernfortschritt sichtbar wird, der durch bessere Vorbereitung auf ein Thema leicht zu erzielen wäre. Wild drauf los schreiben bzw. fragen und kommentieren zeugt da manchmal von einem falschen Selbstbewusstsein. Den/die Hörer/Leser/Zuschauer*in würde es bedeutend weniger nerven, wenn der/die Journalist*in konzentrierter auf den „Punkt“ zusteuern würde, der gemeint ist. Siehe zuletzt Juri Auels Kommentar zum Verkauf des Alsfelder Brauereigeländes. Da wird unsinnigerweise per Headline gefeiert, dass eine Immobilie an ihrem Standort verbleibt, obwohl ja nur der Befriedigung darüber Ausdruck verliehen werden sollte, dass die Neueigentümer bodenständige Familienunternehmen aus der Region seien. Und den Rest an scheinheiligen Ratschlägen hinsichtlich einer zurückhaltenden Diskussion über etwa schon vorliegende Nutzungskonzepte hätte man sich sparen können, nachdem man diese Debatte durch die Veröffentlichung des Deals selbst erst losgetreten hatte. Augenzwinkern ist ja ok. Aber wer zu oft zwinkert, bekommt irgendwann mal die neurologische Diagnose „Augentick“ (genauer Blepharospasmus), der unter die Kategorie der Myokolonien (unwillkürlichen Muskelzuckungen) fällt.

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